Was DU gegen die Regenwald-Zerstörung tun kannst! #actforamazonia

Brennender Regenwald

In den letzten Tagen und Wochen haben uns viele schreckliche Nachrichten und Bilder aus dem Amazonas in Brasilien erreicht. Bilder von Flammen, die kilometerlange Linien zwischen Regenwald und Schlachtfeld bilden. Bilder von Menschen und Tieren auf der Flucht, Bilder von Lebewesen, deren Heimat dem Erdboden gleich gemacht wurde. Mich persönlich haben diese Bilder sehr mitgenommen. Die Tatsache, dass es sogar schon einen Begriff für die Angst gibt, die einen überkommt, wenn einem die Bedrohung unseres Planeten wieder vor Augen geführt wird, zeigt, dass ich damit nicht allein sein kann. Die sogenannte #ecoanxiety entsteht vor allem durch das Gefühl, vollkommen machtlos zu sein. Doch sind wir das denn? Ich habe in den letzten Tagen oft zwischen Tatendrang und Aktionismus geschwankt und von “Wir müssen etwas tun” bis “jetzt ist es wirklich zu spät” war sicherlich jedes Gefühl vertreten. Am Ende überwiegt aber meine Hoffnung, dass wir alle zusammen noch etwas reißen können. In diesem Blogpost erkläre ich euch, wie auch ihr dazu beitragen könnt, den Regenwald zu retten!

Weshalb kommt es überhaupt zur Abholzung des Regenwalds?

Etwa ein viertel aller Bäume weltweit wachsen in tropischen Regenwäldern! Diese wachsen dort, wo das Klima für die tropischen Pflanzen am optimalsten ist. Es ist also nahliegend, dass auch andere tropische Pflanzen wie Palmen, Kakao-, oder Sojapflanzen dort sehr gut gedeihen. So sind 75% der weltweiten Entwaldung auf eine anschließende landwirtschaftliche Nutzung der Flächen zurückzuführen. Zusätzlich befinden sich unter vielen Regenwäldern auch wertvolle Bodenschätze wie Coltan, Bauxit und Gold. Durch das Abholzen der Flächen oder durch Brandstiftung können folglich große Flächen Land zugänglich gemacht werden.

Meist sind die Hauptakteure vor Ort große Konzerne und Agrarunternehmen, die von der Zerstörung der Wälder und der anschließenden Ausbeutung dieser Flächen profitieren. Und das nicht nur mithilfe der Gegebenheiten vor Ort:

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der global gehandelten Rohstoffe, für die Tropenwälder fallen mussten, wurden in die EU geliefert

Und das ist eine enorme Menge, wenn man bedenkt, dass nicht einmal 10% der Weltbevölkerung in der EU leben.

Die internationale, insbesondere die westliche Wirtschaft profitiert folglich von der Abholzung der Flächen, indem sie die dort erzeugten Rohstoffe importiert. Letztendlich geht es also um Geld: Die Gewinne, die durch die anderweitige Nutzung der Flächen in der Gegenwart erzielt werden können, sind den beteiligten Akteuren viel wichtiger, als die langfristige Gesundheit der Natur. Das Problem dabei ist nur, dass diese Denkweise nicht sofort, aber auf lange Frist unserer Umwelt und Gesundheit massiv schadet.

Wieso bekommen wir so wenig davon mit?

Einen Einblick in die grausame Wirklichkeit gibt auch der Film “The green lie” (2018). Der kurze Ausschnitt aus dem Trailer zeigt bereits einige der größten Probleme auf: Konsumenten können sich nicht mehr darauf verlassen, dass im Supermarkt erhältliche Proukte auf faire Weise produziert werden – gleichzeitig findet eine völlige Abstraktion von Umweltkatastrophen und Produkten im Supermarkt statt, die uns allen das Gefühl gibt, nichts mit dem Leid am anderen Ende der Welt oder im nahgelegenen Stall der Massenfleischproduktion zu tun zu haben.

Denn Produktverpackungen, Websites und Werbespots: das können die großen Konzerne gut. Unilever, Nestlé, Danone, Procter & Gamble, Cargill, Coca Cola, Ferrero und Co: sie alle wissen, dass sie nur dann mit unserem Geld rechnen können, wenn sie den Schein eines fairen, guten Produkts wahren. Und daher ist es leider auch das, was bei uns am Ende häufig ankommt.

Ich kann euch den Film "The green lie" wirklich empfehlen, wenn ihr ein besseres Verständnis für die Handlungsweisen von Großkonzernen am Beispiel von Regenwald-Zerstörung, Ölkatastrophen, Kohleabbau und der Elektroautomobilindustrie bekommen möchtet. Der Film ist super interessant, lehrreich und lustig aufgebaut und auch für Menschen gemacht, die sich noch nicht viel mit der Thematik auseinandergesetzt haben. Außerdem vermittelt er trotz der ernüchternden Fakten noch Hoffnung auf eine bessere Zukunft!

Was kann ich denn nun tun?

Eigentlich ist es ganz einfach: solange mit der Regenwald-Zerstörung zusätzliche Profite erwirtschaftet werden können, wird sie auch fortschreiten. Doch das Geld, das mit den dort erzeugten Rohstoffen verdient wird, kommt am Ende noch immer aus unserer Tasche. Als Konsumenten haben wir daher eine unglaubliche Macht: Wir können entscheiden, welche Produkte wir kaufen – und welche wir boykottieren. Konsumieren wir bewusster, sinken die Gewinnpotenziale der Unternehmen, die sich an der Zerstörung unserer Umwelt bereichern.

Konkret bedeutet das: Meide möglichst alle Produkte, die im übertragenden Sinne das Blut der Regenwälder beinhalten! Dazu gehören:

  • Palmöl:
    Befindet sich als "Billigfett" in jedem 2. Produkt, das man im Supermarkt kaufen kann und ist einer der Hauptgründe für die Zerstörung des Regenwalds.
  • Fleisch:
    Auch Soja wird häufig auf den Flächen des ehemaligen Regenwalds erzeugt. Etwa 70-75% des weltweit angebauten Soja fließt in die Futtermittelindustrie für die Massentierhaltung.
  • Kaffee, Schokolade und Bananen:
    Ja, auch diese leckeren Rohstoffe kommen aus tropischen Gebieten wie den Regenwäldern. Hinzu kommen die häufig katastrophalen Arbeitsbedingungen.
  • Papier:
    Wenn die Wälder gerodet anstatt abgebrannt werden, findet sich bei uns auch mal Papier aus Regendwäldern im Handel.
  • Holz, Bodenschätze (in Handys und Tablets), uvm.

Bei all diesen Produkten möchte ich dich von ganzem Herzen bitten, dir deinen Einfluss bewusst zu machen. Jeder Euro, den du nicht in die Rohstoffe dieser Industrien investierst, macht einen Unterschied! Vielleicht kannst du ja deinen Fleischkonsum auf ein Minimum reduzieren (oder bestenfalls sogar eliminieren), deinen Kaffee beim nächsten Mal mit Fair-Trade Siegel kaufen oder bei Müsli, Keksen und Eiscreme auf den Inhaltsstoff Palmöl achten. Generell wirst du in einem Bioladen vielleicht weniger von den betroffenen Rohstoffen finden. Aber auch hier ist natürlich nicht alles gold was glänzt.

Wenn du genügend finanzielle Mittel zur Verfügung hast, kannst du außerdem:

  • Lokale Initiativen unterstützen (z.B. Earth Alliance)
  • Mit deiner Onlinesuche Bäume pflanzen (z.B. via Ecosia)
  • Für Aufforstprojekte spenden (z.B. via Atmosfair)

Ich kann verstehen, wenn sich das zunächst nach viel zusätzlicher Arbeit und Geld anhört, die du investieren musst, um deinen Konsum klimafreundlicher zu gestalten. Aber der Gedanke an unsere Zukunft oder die Zukunft unserer Kinder sollte uns diese Zweifel schnell beiseite legen lassen. Wir sollten versuchen, nicht aus einem Mangelgefühl heraus zu denken (“jetzt muss ich auf so viel verzichten”) sondern dankbar für die Fülle und Vielfalt zu sein, die uns trotz allem jeden Tag zur Verfügung steht. Es gibt so viele leckere Gerichte, die wir mit bestem Gewissen genießen können (gib doch einfach mal “vegane Gerichte” bei Ecosia ein).. Wir haben bereits alles, was wir zum Leben brauchen! Der Regenwald leider nicht. Aber zusammen können wir den betroffenen Menschen, Tieren und Ökosystemen mehr Aufmerksamkeit, mehr Mitgefühl und mehr Bewusstheit in unserem Konsum schenken!

Ich freue mich, dass du meinen Beitrag gelesen hast. Hinterlass mir gerne einen Kommentar, wenn er dir gefallen hat. Ich freue mich über jede Art von Feedback!

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